ABiQ
ABIQ – Aufsuchende Bewohnermobilisierung im Quartier ist ein Projekt, das zum Ziel hat, die Bewohner der östlichen Innenstadt, die im SGBII-Bezug sind und einen großen Abstand zum Arbeitsmarkt haben, bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz sowie bei der Vermittlung von Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten zu unterstützen.Die Idee hierzu ist entstanden durch Kontakte mit Projekten zur quartiersbezogenen Sozial- und Beschäftigungspolitik in Großbritannien – hier insbesondere das Projekt „Streets ahead“ in Liverpool. Dieses Projekt analysiert im ersten Schritt die Struktur und die besonderen Bedarfslagen der Arbeitslosen und Hilfeempfänger und versucht dann, gezielt Arbeitsplätze und Förderangebote für diese Menschen, meist im oder nahe am Quartier, zu akquirieren. Die Bewohner des Quartiers werden durch aufsuchende Sozialarbeit kontaktiert. In einer frühen Phase des Gesprächs werden passende Arbeitsplätze bzw. Fördermaßnahmen angeboten.

Ziel ist es zu erproben, ob sich das dort sehr erfolgreiche Modell auf die Situation in einem Quartier mit besonderem Entwicklungsbedarf (hohe Anzahl an Migranten und Bewohnern im SGBII-Bezug), wie dem der östlichen Innenstadt in Offenbach übertragen lässt.
Das Projekt ist offen und experimentell angelegt.
In einer ersten Planungs- und Explorationsphase (01.05.-31.08.2008) wurden in Zusammenarbeit mit der Sozialplanung Offenbach, der Mainarbeit GmbH und dem Quartiersmanagement „Östliche Innenstadt“ eine genaue Exploration über den Anteil der SGBII-BezieherInnen unter den BewohnerInnen vorgenommen. Ziel war es, Straßenzüge zu bestimmen in denen ca. 500 BezieherInnen von Leistungen nach dem SGBII leben. Hierbei zeigte sich, dass sich eine besonders hohe Konzentration in bestimmten Straßenzügen ausweist; Auestrasse, Karlstraße; Hermann-Steinhäuserstraße.
Diese ersten Monate dienten auch der Implementierung des Projekts durch den Aufbau eines Netzwerks mit relevanten Einrichtungen im Quartier, erste Kontaktaufnahme zu Bewohnern und Evaluation der Problemlagen sowie Akquirierung potentieller Arbeitsplätze in Quartiersnähe.
In der anschließenden Pilotierungsphase des Projektes wurden die Kontakte mit Einrichtungen und Institutionen im Quartier ausgebaut und vertieft.
Zum Netzwerk der Akteure gehören u. a.:
• Schulen
• Kindergärten
• Kirchengemeinden
• Moscheenvereine
• Jugendzentren
• Bewohnerräte
• Runder Tisch Ost
Die aufgebaute Netzwerkarbeit mit Einrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten, Kirchengemeinden und Moscheevereinen dient nun auch der Intensivierung des Klientenkontakts über vertraute Dritte.
Die Besonderheit dieses Projekts ist, dass die Sozialarbeiterinnen Frau Serret und Frau Horn direkt im Quartier präsent sind und in Gehstrukturen durch klassisches Streetworking – hierzu zählen auch Hausbesuche – ihre Beratung und Vermittlung anbieten.
Die Bewohner werden durch verschiedene Methoden und Aktivitäten wie monatliche Infostände im Quartier, Flyer und Plakataktionen auf die Unterstützungs- und Beratungsangebote durch das Projekt und darüber hinaus über die Angebote von anderen Trägern informiert.

Wöchentlich einmal findet im Stadtteilbüro eine offene Sprechstunde statt.
Ein von Carijob erstellter und wöchentlich aktualisierter Job-Reader wird an allen Infoständen und zur Sprechstunde angeboten und auch in den Wohnhäusern ausgehängt.
In Einzelgesprächen werden vorhandene Arbeitsplätze gezielt vermittelt und unterstützende Angebote wie
• Bewerbungstrainings
• Erstellen von Bewerbungsunterlagen
• Qualifizierungen
• Maßnahmen (AGH, Praktika u. a. Angebote)
vermittelt.
In einer ersten Auswertung hat sich gezeigt, dass die Form der Kontaktaufnahme zu den Klienten über Infostände und andere – den Klienten bereits vertraute – Institutionen sich als der erfolgreichste Zugang erweist.